Sonntag, 9. März 2014

Ich war dort ....

... bei der Krokuswiese. Es ist tatsächlich einzigartig!
Es sind wohl tausende, die bei Sonnenschein ihre Blüten öffnen
und dem Betrachter einen einzigartigen Anblick bieten.
Krokuswiese zwischen Gresten und Randegg  
Wer mein Buch "Begegnungen am Wegesrand " gelesen hat, der kennt sie, die Geschichte über die Entstehung dieser herrlichen Blumen. Wenn man hier am Ufer der kleinen Erlauf steht, dann fällt es leicht, sich in die Welt der Märchen zu versetzen und man könnte beinahe daran glauben. Weil es so märchenhaft schön ist! Sie sehen ja wirklich aus wie aus Seide gewebt, diese hauchfeinen, grazilen Blüten der Krokusse. Waren sie wirklich einst ein Seidenumhang der vom Wassermann in tausend Stücke zerrissen wurde und die hier, am Rande des Wassers Wurzeln schlugen? Egal, mich wundert nur noch, wie es möglich war, dass diese doch recht weichen Blüten Erde und Grasnarbe durchstoßen konnten. So zart und doch soviel Kraft!

Ganz anders dagegen die am Ufer stehenden Bäume.  
Ungeheure Kraft steckt in ihnen. Bäume sind etwas ganz besonderes für mich!  

Motiv entlang des Wanderweges am Hochkogel
 Ganz besonders alte, knorrige Bäume, die - wenngleich sie noch unbelaubt sind, ihre Mächtigkeit zum Ausdruck bringen. Ich mag Bäume zu jeder Jahreszeit, aber ich finde am meisten geben sie preis, wenn sie sich "nackt" zeigen. Beispielsweise die alten Birnbäume auf den Streuobstwiesen des Mostviertels. Sie prägen die wunderbare Landschaft und sie könnten wohl auch viel erzählen. Doch wir haben verlernt sie zu verstehen weil wir sie leider nicht zu hören vermögen.

Manchmal aber meine ich aber doch, sie zu verstehen und kommunizieren zu können mit diesen wahrlich faszinierenden Lebewesen. Ja, ich nenne sie bewusst "Lebewesen", auch wenn sie dem menschlichen Verstand zufolge blind, taub und stumm erscheinen. Dennoch, Pflanzen können wahrnehmen, agieren, reagieren, kommunizieren und noch viel mehr - auch wenn sie kein Gehirn in unserem Sinne besitzen. 

Aber haben nicht manche Menschen mit Gehirn inzwischen vergessen, dass Pflanzen uns in manchen Dingen weit überlegen und die eigentliche Lebensgrundlage für Mensch und Tier sind? Den in unseren Augen oft ungebildeten Naturvölkern ist das noch bewusst, uns aber ist häufig dieses Bewusstsein verloren gegangen. Ich denke, es würde so manchem Zweibeiner gut anstehen, sich wieder darauf zu besinnen und mehr Respekt vor der Natur zu zeigen.  

  

Eigentlich finde ich (fast) alle Bäume prächtig. Der eine (links) knorrig, und mit krebsigen Auswüchsen am unteren Teil seines Stammes. Ein mächtiger Alter, der trotz seiner Schönheitsfehler beeindruckt. Oder der andere, fest in der Erde verankert und unsymmetrisch zum Himmel aufragend (rechts) sich der paradiesischen Abendstimmung hingebend. Ob Bäume schlafen?

Bald werden sie wieder belaubt sein. "Angezogen" und jungfräulich. Zuerst im Blütenkleid, später Früchte tragend um danach dem ewigen Naturkreislauf gerecht zu werden und im Herbst wieder die Blätter abzuwerfen. 

Irgendwie denke ich manchmal ist das Leben widersinnig. Ein alter, knorriger, vom Leben gezeichneter Baum beeindruckt mich wesentlich mehr und gefällt mir besser, als einer der noch nicht von den Jahren und der Zeit geprägt wurde. Menschen dagegen, wenn sie alt und vom Leben gezeichnet sind, werden von der Gesellschaft eher abgewertet. Ist doch eigentlich ungerecht! Oder? 

Stellungsnahmen zu diesen Gedanken auf  > schoberberger.botart@aon.at < würden mich freuen!




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