Dienstag, 12. August 2014

Ich liebe ihn ....

Soeben bin ich von ihm zurückgekommen.
 
Es hat geregnet und keine Menschenseele hat meinen Weg gekreuzt.
Heute hat er mir allein gehört!
Wer? Na der Prater. Ein Schelm wer anderes dachte.
 
 
Nur ein Weinbergschnecke hat scheint´s ebenfalls am Regen Freude gefunden.
Und ein par Vögel sind vereinzelt durch´s Geäst gehuscht.
 
 
Sogar die glücklichen Hühner, über die ich mich am Ende meines Weges üblicherweise freue, blieben heute unter dem schützenden Vordach ihrer Behausung.
 
 
Was gestern noch grau und unscheinbar wirkte, zeigte heute seine glänzende Pracht. Besonders die morbiden Objekte mit ihren Moosen, Flechten und Pilzen zeigten heute besonders ihre Faszination. Man konnte förmlich das Atmen der Pflanzen und wie sie den sanften Regen genossen spüren. Das Rauschen des Wassers der Erlauf mischte sich mit dem Rauschen des Regens.
Dank Goretex-Schuhen und Regenjacke war die Rundwanderung trotzdem ein Genuss.
 
Gestern noch war alles ganz anders.
 
Heiß und schwül war es. Das rauschen des Wassers aus der Erlauf dominierte und es lud ein, den bequemen Weg zu verlassen um hinunter zu steigen an´s Ufer.
 
 
Ich mag ihn eigentlich immer, den Weg entlang der Erlaufschlucht. Immer - zu jeder Jahreszeit!
Ganz besonders aber liebe ich ihn, wenn es zu herbsteln beginnt.
Dann, wenn er diesen ganz besonderen Geruch nach den Zyklamen hat.
Nach Melancholie.
 
 
Zyklamen, zu Tausenden verzaubern sie den Wanderer - und die Wanderin.
Oder sollte es besser heißen die Wandererin? Gendern ist ja IN!
 
 
Morgen gönn ich sie mir wieder. Die Stunde des Gehens durch die Natur.
Es gibt soviel Kraft, macht den Kopf frei und tut Körper und Seele gut.
Sicher, laufen mag gesünder sein, doch da übersieht man so viele Kleinigkeiten.
Nicht nur im Prater - nein, auch an anderen Örtlichkeiten.
 
Wie zum Beispiel dem Weg entlang der Donau bei Grein, den wir genau heute vor einer Woche gegangen sind. Mein Mann (den ich natürlich auch liebe) und ich. 
 
 
Hatte schon auch was! Das behäbige dahinströmen des Wassers, der Jachthafen,
das romantische, alte und geschichtsträchtige Städtchen über dem die imposante Burg thront .....
 

... und beeindruckend auch das Tummeln der Wasservögel zu beobachten!
 
 
Und auch die Pflanzenvielfalt am Ufer des Flusses ist beachtenswert.
 
 
Dominant (und leider zumeist alles andere aus der heimischen Flora überwuchernd) ist das  hierzulande nicht heimische "drüsentragende Springkraut" dennoch auch eine Augenweide.
Obwohl - eigentlich mag ich es nicht besonders, gebe aber zu, dass es schon hübsch ist. Wenn es nur nicht gar so sehr unsere heimische Flora verdrängen würde, könnte man diesen Einwanderer fast mögen.
 
 
Aber die sagenumwobene Wegwarte (oft auch der "Hansl am Weg" genannt) und Ahnin des von mir gerne gegessenen Endiviensalates steht meinem Hezen doch um einiges näher ....
 
 
.... oder die Zaunwinde - die überwuchert zwar auch gerne ihre Pflanzennachbarn, aber dennoch.
Sie wirkt irgendwie so elegant und vornehm.
 
 
Schön anzusehen auch der Blutweiderich mit seinen langen Rispen.
Nun, es hätte ja noch viel gegeben, das es wert wäre hier zu zeigen.
Aber für heute - denke ich - reicht´s.
 
 
Auf dem Heimweg über den Kolmitzberg sandten wir unsere Blicke dann noch über das wunderbare Mostviertel und machten abschließend eine kurze Rast in Stift-Ardagger und im Mostbirnhaus. Die Bauernkrapfen dort schmeckten himmlisch! Es war ein Tag mit vielen schönen Erinnerungen. So lässt es sich wunderbar daheim zu sein ohne dabei zu Hause zu bleiben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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